„Webseiten gibt es bald nicht mehr, weil KI alles beantwortet“ – Realität oder Mythos?

KI Suche

In den letzten Monaten liest und hört man in den sozialen Medien und Online‑Foren vermehrt die Behauptung, Webseiten hätten ausgedient. Der Gedanke dahinter: Mit Generativen KI‑Systemen wie ChatGPT, Gemini, Perplexity oder neuen Funktionen wie Googles „AI Overviews“ würden Nutzer direkt Antworten bekommen – ohne klassische Suchmaschinen, ohne Klicks auf Webseiten.

Diese Entwicklung verändert tatsächlich die Art und Weise, wie Menschen Informationen finden. Doch die Schlussfolgerung „Websites sind tot“ ist zu kurz gedacht.

1. KI‑Antworten ersetzen nicht die Funktion von Webseiten – sie ergänzen sie

Generative KI‑Antwortsysteme geben häufig direkte Antworten, die Nutzer ohne Klicks konsumieren. Das bedeutet nicht unbedingt, dass klassische Webseiten unwichtig werden, sondern dass sich das Informations‑ und Nutzerverhalten verschiebt. KI fasst Inhalte zusammen, die zuvor auf Webseiten standen – sie zieht Informationen aus dem Web und transformiert sie für den Nutzer in eine kompakte Antwort.

Selbst Google betont, dass KI‑Antworten die klassische Suche nicht einfach ersetzen sollen, sondern darauf aufbauen – und User weiterhin in vielen Fällen zu originären Inhalten weitergeleitet werden.


2. Webseiten bleiben wichtig für Tiefe, Beweis und Konversion

Warum?

  • Glaubwürdigkeit: KI‑Systeme beziehen sich auf Inhalte, die irgendwo im Netz existieren. Ohne hochwertige Inhalte auf Webseiten haben diese Systeme nichts Seriöses, auf das sie verweisen könnten.
  • Detail & Tiefe: KI‑Antworten bieten Zusammenfassungen. Für tiefere Informationen, komplexe Lösungen, konkrete Beispiele und persönliche Angebote führt der Weg weiterhin über die eigentliche Website.
  • Konversion: Kein KI‑System kann direkt auf deiner Website verkaufen, einen Service buchen lassen oder ein persönliches Angebot erklären – diese Aufgaben erledigt weiterhin deine Website.

3. GEO ersetzt SEO nicht – es ist eine Erweiterung der Sichtbarkeit

Ein häufiger Grund für die „Webseiten‑sind‑tot“-Argumentation ist die Verwechslung von SEO und GEO. GEO (Generative Engine Optimization) bedeutet, Inhalte so zu gestalten, dass sie von KI‑Systemen besser verstanden und in Antworten verwendet werden. Dabei geht es nicht darum, Websites auszuschalten, sondern darum, ihre Inhalte für neue Systeme sichtbar zu machen.

Kurz gesagt:

  • SEO bringt dich in klassischen Suchergebnissen nach oben,
  • GEO macht deine Inhalte für KI‑Antwortsysteme besser nutzbar.

Beide Strategien ergänzen sich – keine „tötet“ die andere.


4. Nutzer suchen weiterhin Webseiten auf – aber anders

Ja, ein Teil der Nutzer verlässt sich auf KI‑Antworten oder lässt Antworten von KI‑Systemen direkt anzeigen. Es gibt Studien und Berichte, die zeigen, dass durch KI‑Summaries viele Klicks auf klassische Ergebnisse abnehmen – vor allem bei einfachen Informationsanfragen.

Aber:

  • Tiefgehende Recherche findet weiterhin auf Webseiten statt.
  • Verlässliche Belege und ausführliche Inhalte liefert keine KI direkt im Chat, sondern über Links zu fundierten Artikeln und Quellen.
  • Conversions und Interaktion – wie Kontakt, Käufe, Newsletter‑Abos – finden nicht im KI‑Chat statt, sondern auf deiner Website.

Eine Website ist deshalb kein Auslaufmodell, sondern der Ankerpunkt deiner digitalen Präsenz.


Fazit: Webseiten sind nicht tot – sie entwickeln sich weiter

  • Websites bleiben zentral, weil sie die Quelle von Inhalten sind, auf die sich KI‑Antwortsysteme stützen.
  • GEO und klassische SEO gehören zusammen – keine ersetzt die andere.
  • Webseiten sind weiterhin wichtig für Glaubwürdigkeit, Tiefe, Interaktion und letztlich für Umsatz und Kundenbindung.

Was sich verändert, ist die Art der Sichtbarkeit – nicht ihre Existenz. Wenn du dich dafür interessierst, wie du GEO richtig angehst, dann sieh dir Generative Engine Optimization richtig machen (GEO) – eine praxisnahe Anleitung an.